Auch dieses Jahr darf die Bevölkerung Gast sein bei der traditionellen Gedenkfeier. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbänden, Zünften, Gemeinden und Kantonen werden Sempach beehren.
08:45 Morgenbrot im Festzelt mitten im Städtli oder in den umliegenden Restaurants Adler, Bierhaus-Steakhouse, Krone, Una Storia und Türmli
09:30 Treffpunkt Aufstellung Prozession vor dem Luzerner Tor (Regierung und Gäste gliedern sich in den marschierenden Umzug ein)
10:00 Ökumenischer Gottesdienst mit anschliessendem Festakt in der Pfarrkirche
11:30 Bevölkerungsapéro
12:40 Ende der Gedenkfeier
Herzliche Einladung
Nach dem Morgenbrot im Städtchen wird der farbenfrohe Einzug mit Flaggen und historischen Gewändern in die Kirche stattfinden. Um 10.00 Uhr sind alle zur ökumenischen Feier mit Pfarrer Hans Weber und Pfarreileiter Franz Zemp eingeladen. Das Motto des Regierungspräsidenten Reto Wyss bildet die Grundlage für die inhaltliche Gestaltung des ökumenischen Gottesdienstes: «Wir sind zu Gast.» Die Feier und der nachfolgende Festakt werden von der Musikgesellschaft Harmonie Sempach musikalisch umrahmt.
Gastfreundschaft
Wenn wir zu einer Veranstaltung, zu einem Fest oder nach Hause eingeladen werden, fühlen wir uns meistens geehrt und freuen uns (obwohl es durchaus Einladungen gibt, die wir eher aus einem Pflichtgefühl heraus annehmen müssen). Gastsein ist grundsätzlich ein schönes Gefühl, da eine Gastgeberein oder ein Gastgeber normalerweise alles unternimmt, damit sich Eingeladene wohlfühlen. Die Bibel kennt schöne Beispiele von Festessen und Besuchen, bei denen die unterschiedlichsten Menschen eingeladen sind und einen Platz am Tisch erhalten. Das Motto «Wir sind zu Gast» lässt uns also darüber nachdenken, wie wir es mit der Gastfreundschaft halten oder von wem wir gern eingeladen werden. Was unternehmen wir, damit sich Menschen in unserer Umgebung wohlfühlen? Welchen Menschen bieten wir einen Platz an unserem Tisch? Oder welche wollen wir nicht in unserer Nähe?
Zu Gast auf Erden
Und wir sollten wohl nicht vergessen, dass wir alle letztlich nur Gäste sind auf Erden. Irgendwann ist Polizeistunde und wir müssen uns verabschieden und gehen. Dieses Bewusstsein, dass wir das Gasthaus «Erde» wieder verlassen müssen, stimmt uns vielleicht wehmütig. Andererseits dürfen wir unser Gastsein umso mehr erleben, wenn wir jeden Augenblick intensiv leben.
Wie auch immer: Als Gäste dieser Welt sind wir eingeladen, uns auf das Leben einzulassen, gemeinsam Freud und Leid zu teilen und unser Leben mit unseren Möglichkeiten zu gestalten. Möge der diesjährige Gedenktag uns daran erinnern, dass wir dankbar sein dürfen für unsere stabile Umgebung, auch wenn Naturkatastrophen uns einholen, Kriege und enorme weltweite Spannungen uns verunsichern. Möge unser Bewusstsein geschärft werden, welch vielfältiges Leben uns Gästen dieser Erde geschenkt ist.
Franz Zemp
