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Raum für Besinnung

Segensgebet über ein Kind

Gütiger Gott und Vater und Mutter:
Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, 
dass es sehen lernt mit seinen eigenen Augen 
das Gesicht seiner Mutter
die Farben der Blumen 
den Schnee auf den Bergen 
und das Land der Verheissung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, 
dass es hören lernt mit seinen eigenen Ohren 
auf den Klang seines Namens 
auf die Wahrheit der Weisen 
auf die Sprache der Liebe
und das Wort der Verheissung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, 
dass es greifen lernt mit seinen eigenen Händen 
nach der Hand seiner Freunde 
nach Maschinen und Plänen 
nach dem Brot und den Trauben 
und dem Land der Verheissung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, 
dass es reden lernt mit seinen eigenen Lippen 
von den Freuden und Sorgen 
von den Fragen der Menschen 
von den Wundem des Lebens 
und dem Wort der Verheissung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, 
dass es gehen lernt mit seinen eigenen Füssen 
auf den Strassen der Erde
auf den mühsamen Treppen 
auf den Wegen des Friedens 
in das Land der Verheissung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, 
dass es lieben lernt mit seinem ganzen Herzen.


Versöhnung

Gott,
wir sind Meister im Verdrängen und Verharmlosen.
Wir wissen nicht mehr, was Sünde ist,
weil wir es nicht wissen wollen.
Unsere Bemühungen verlaufen im Sand,
entstellen uns und führen zum Tod.

Reiss uns die Masken von unseren Gesichtern,
damit wir uns selbst und einander sehen, wie wir sind.
Reiss unsere weissen Westen von unseren Leibern;
sie sind ja doch nicht weiss, sondern blutbefleckt.
Sieh unsere Nacktheit an, und erbarme dich über uns.

Lass uns einander Zeit und viel freien Raum schaffen,
damit wir niemals Schuld verniedlichen,
aber auch niemanden an seiner Schuld festnageln.

Lass uns rettend einander die Hand entgegenstrecken, 
weil du seit jeher Retter bist.
Lass uns heilend einander begegnen,
weil du seit jeher Heiland bist.
Lass uns tröstend miteinander gehen,
weil du seit jeher Trösterin bist.

Gib uns einen langen Atem, deinen heiligen Geist.
Schaff uns neu,
damit wir dich in allen Dingen suchen
und an einer Gesellschaft bauen,
die deinen Verheissungen entspricht.

So werden wir ein neues Lied dir singen ...

(Aus: Das Vaterunser, Gebet einer bedrängten Schöpfung. Hermann-Josef Venetz)


Du schenkst mir dein JA.

Ich darf sein, wie ich bin,
muss nichts vorspielen,
darf dazu stehen,
dass ich Fehler
und Schwächen habe.

Du schenkst mir dein JA.

Das hilft mir,
mich selber anzunehmen
und hilft mir,
mich zu verändern.

Du schenkst mir dein JA.

Das schenkt mir Raum,
um zu sein
und zu wachsen
über mich selbst hinaus.

Thomas Merz-Abt


noch nie

mein minikleid
ist dir nicht zu kurz
meine pickel
stören dich nicht
du hast noch nie zu mir gesagt
ich solle abnehmen
auch ungeschminkt
gefalle ich dir

alles darf so sein
wie es ist
ich darf so sein
wie ich bin
das ist so befreiend!

du berichtigst mich nicht
bestätigst mich oft
du greifst mich nicht an
ermunterst mich häufig
du findest mich
unvollkommen
am schönsten

noch nie
hat mich jemand so
bedingungslos gelibt
wie du
gott.

(Sabine Heusser)


Erntedank

Heute bin ich dankbar
für die Melodien
der Jahreszeiten
für die schöpferische
Kraft der Hände
für die Früchte der Erde
für die Fülle des Lebens
für deine Nähe

Aber Tage werden kommen
da danke ich auch 
für alle Traurigkeiten
für alle Einsamkeiten
vielleicht sogar für
deine Ferne!

(Ursula Würth-Stutz)


Das Rosenkranzgebet

Im Namen des Vaters ...
Ich glaube an Gott ...
Ehre sei dem Vater ...
Vater unser ...
Gegrüsst seist du, Maria ...

Freudenreiche Geheimnisse:
1. Den Du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.
2. Den Du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.
3. Den Du, o Jungfrau, geboren hast.
4. Den Du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.
5. Den Du, o Jungfrau, im Tempel gefunden hast.

Lichtreiche Geheimnisse:
1. Der von Johannes getauft worden ist.
2. Der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat.
3. Der uns das Reich Gottes verkündet hat.
4. Der auf dem Berg verklärt worden ist.
5. Der uns die Eucharistie geschenkt hat.

Schmerzhafte Geheimnisse:
1. Der für uns Blut geschwitzt hat.
2. Der für uns gegeisselt worden ist.
3. Der für uns mit Dornen gekrönt worden ist.
4. Der für uns das schwere Kreuz getragen hat.
5. Der für uns gekreuzigt worden ist.

Glorreiche Geheimnisse:
1. Der von den Toten auferstanden ist.
2. Der in den Himmel aufgefahren ist.
3. Der uns den Heiligen Geist gesandt hat.
4. Der Dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.
5. Der Dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.


Die Auferstehung der Toten

Es wäre schlimm, 
wenn jede Sackgasse, in die wir geraten, 
das Ende unseres Weges bedeuten würde.
Es wäre schlimm, 
wenn alles, was unseren Lebensentwurf durchkreuzt, 
einem Scheitern unseres Lebens gleichkäme.
es wäre schlimm, 
wenn jeder Tod, den wir in unserem Leben sterben müssen, 
das Ende wäre.

Zum Glück 
ist unser Gott ein Gott der Lebenden 
und ein Gott des Lebens 
auch in den Sackgassen und Umwegen, 
in den Kreuzen und im Scheitern, 
in allem, was wir loslassen 
und auch im letzten Tod, 
den wir sterben müssen.

Grund genug für uns, 
nicht ängstlich zu Hause zu bleiben, 
sondern uns auf den Weg zu machen, 
ohne Angst vor Sackgassen, 
ohne Angst vor dem Scheitern, 
ohne Angst, zu kurz zu kommen, 
ohne Angst vor dem Loslassen und Sterben, 
das Leben zu entdecken, 
zu leben und zu teilen, 
weil unser Gott ein Gott des Lebens ist.

Klaus Metzger-Beck


Leben und Sterben

Alles zusammengebrochen
Vom Erdboden nur noch verschluckt
Alles zusammengestürzt

Die Hoffnung, das Leben
hat sich zurückgezogen
jede Entfaltung aufgegeben

Die Reste des Glücks hängen überall herum
seelenlos und leblos ist alles geworden

Zieh dich ganz zurück
Such die Krümmung deiner Unkenntlichkeit
Leg ein neues Gewand an
Warte bis die Hoffnung keimt

In dir ist doch Glück und ewiges Leben eingesenkt

P. Michael Först


Innehalten und Atem holen

Innehalten und Atem holen. Eintreten in eine ander Zeitdimension.

Zu mir kommen und aus dieser Verwurzelung in die Welt wirken.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiss ich: Das nennt man „VERTRAUEN“


Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert,
weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur mehr in diesem Augenblick,
wo ALLES stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.


Ein Impuls von Antoine de Saint-Exupery

"Guten Tag", sagte der kleine Prinz. "Gute Tag" sagte der Händler.
Er handelte mit höchst wirksamen, durststillenden Pillen. Man schluckt jede Woche eine und spürt überhaupt kein Bedürfnis mehr, zu trinken. "Warum verkaufst du das?" fragte der kleine Prinz. "Das ist eine grosse Zeitersparnis", sagte der Händler. "Die Sachverständigen haben Berechnungen angestellt, man erspart sich dreiundfünfzig Minunten in der Woche."
"Und was macht man mit dreiundfünzig Minuten?"
"Man macht damit, was man will..."
"wenn ich dreiundfünfzig Minuten hätte", sagte der kleine Prinz, "würde ich ganz gemütich zu einem Brunnen laufen..."


Deine Seele ist wie eine Rose ...

Um sich zu öffnen,
braucht sie vier Gewissheiten:

Ich darf da sein ...
Ich bin richtig, so wie ich bin ...
Ich bin es wert, geliebt zu werden ...
Ich darf mich schützen ... (mit Dornen!)

Vielleicht wagt sie nicht, sich zu öffnen,
Vielleicht hat ihr einmal jemand gesagt,
Sie habe nicht das Recht da zu sein ...
Sie sei falsch,
dürfe nicht eine Rose sein ...
Sie habe nicht das Recht, gesehen,
bewundert, geliebt zu werden ...
Sie dürfe sich nicht wehren,
ihre Dornen nicht zeigen ...

Um erblühen zu könnne, braucht sie 
dann jemand, der sie an das erinnert, 
was sie im Innersten schon immer wusste.